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Pferde Pflege

Wie geht man dem Fell an den Kragen?

Wie geht man dem Fell an den Kragen?

Jeder Pferdebesitzer kennt es – kaum zwitschern die ersten Vögelchen, beginnen die Pferde mit Fell um sich zu werfen. Da werden die Frühlingsgefühle des armen Zweibeiners sehr schnell gedämpft, denn ihm steht nun ein Kampf bevor, der sich über Wochen ziehen wird.

Im Winter mag man die Vorteile des plüschigen Fellkleides noch gesehen haben. Das Pferd friert nicht, man liebt es mit den Händen durch das lange Fell zu streichen und sich an der Plüschkugel zu wärmen. Außerdem sehen die Vierbeinigen Vertreter in diesem winterlichen Look auch meist unglaublich niedlich aus – manchen wächst ein „Winterbart“, andere sehen aus, wie in Teddy oder ein explodiertes Kissen.

Der Fellwechsel wirkt dann wie ein Zauber: Plötzlich sieht man wieder Muskeln und eine athletische Figur, das Bärtchen verschwindet und das Fell wird kurz und glatt. Wäre dazwischen nicht diese leidige Übergangsphase, ist es eine schöne Verwandlung.

Was bleibt dem Zweibeiner dann noch?

Nun hat der Zweibeiner eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten. Er könnte jetzt das Handtuch werfen, dem Pferd mit einer Tüte Möhren die Liebe gestehen und sich dann für ein paar Wochen nicht blicken lassen, in der Hoffnung, dass treue Ross würde sich des Fellkleides selbst entledigen. Währenddessen kann man zu Hause in der warmen Wohnung bei einem fruchtigen Tee bereits die Frühlingsbilder des letzten Jahres bestaunen und sich auf ein nicht-haarendes Pferd freuen.

Hat man die Wochen erfolgreich abgesessen, empfiehlt es sich, beim ersten Besuch wieder einen Beutel mit Bestechungen parat zu haben. Nicht jedes Pferd teilt dieselbe Ansicht wie sein Zweibeiner und kann daher durchaus ein wenig beleidigt sein. Um dann nicht nur den zugedrehten Hintern bewundern zu dürfen, kann man schon ein Leckerchenzusätzlivh zum Liebesgeständnis parat haben. Je nach Charakter des Pferdes, kann so diese unangenehme Sache schnell wieder vergessen werden. Handelt es sich um eine Stute, sollte der LKW mit Karotten trotzdem bereit stehen.

Die andere Möglichkeit ist der Kampf gegen die vielen, flauschigen Haare des Pferdes. Hier kann der Zweibeiner sein ganzes Repertoire des letzten Jahres wieder aus dem Keller holen und versuchen, diesem täglichen Unheil Herr zu werden. Leider wird der Erfolg an den ersten Tagen nicht sichtbar sein – egal welche Fellberge sich bedrohlich auf dem Boden türmen, am nächsten Tag wird es nicht anders aussehen. Nachdem man sich den ersten Nadelstriegel mit Haaren vollgestopft hat, steigt man schnell auf neue Alternativen um.

Um das Fell los zu werden, ist Kreativität gefragt.

Man munkelt, dass eine Harke oder eine Mistgabel aus Plaste auch eine gute Wirkung haben sollen. Der lange Stiel bietet hervorragenden Komfort und auch einen gewissen Sicherheitsabstand. Dieser ist jedoch nicht wegen des Pferdes nötig…wobei – vielleicht ein wenig. Die Flut an Haaren findet immer wieder zielstrebig den Weg auf die Sachen des Zweibeiner und verhakt sich dort schön. Trägt man dazu den neuen Trend – eine schicke Fleecejacke – kann man danach als Doppelgänger des Pferdes posieren, da die Fellfarbe ganz natürlich durch das Fell erhalten bleibt.

Das Pferd wird natürlich die zweite Möglichkeit deutlich bevorzugen, denn wer verachtet regelmäßige Massagen und die ganze Aufmerksamkeit schon? Man wird immerhin selten so lange und ausführlich mit diesem Aufwand geputzt, da kann das plüschige Ross sich schon geehrt fühlen.

Auch der Zweibeiner kann manchmal neben den ganzen Nachteilen auch Vorteile entdecken. Es kursiert das Gerücht, das Modegeschäft würde sich am Reitsport orientieren. Transportgamaschen als Inspiration für Schuhe und Alltagsklamotten, die wie Reithosen aussehen. Warum sollte das Fellkleid dann nicht auch bald in diversen Zeitschriften zu sehen sein?

Und auch wenn es in diesem Jahr noch kein Trend wird, der nächste Frühling kommt bald. Bis dahin kann sich jeder über die neuen Armmuskeln und das bald wieder sportlich-unplüschige Pferd freuen!

Rabea
Rabea