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Reiten Pferde Umgang

Aus für die "Blood-Rule"? – kann Blut am Pferd fair sein?

Aus für die "Blood-Rule"? – kann Blut am Pferd fair sein?

Was ist eigentlich fair dem Pferd gegenüber und was nicht? Darüber scheiden sich ja die Geister seit jeher. Ist es für den Einen absolut in Ordnung mit Gebiss und Sporen zu hantieren, hält der Nächste schon eine Gerte für tierschutzwiedrig.

Nur bei einer Sache waren sich bisher alle einig. Egal ob Turnier- oder Freizeitreiter, ob Spring- oder Westernreiter. Blut am Pferd ist ein absolutes No-Go und muss zur sofortigen Disqualifizierung führen, egal in welcher Prüfung und auch ganz egal aus welchem Grund.

No Blood no foul

Die sogenannte "Blood-Rule" besagt, dass jede Verletzung der Pferdhaut im Flankenbereich, also innerhalb der Reichweite der Sporen oder am Maul zum sofortigen Ausschluss des betreffenden Pferd-Reiter Paares von der Prüfung führt. Bisher war das in Stein gemeißelt, fand der Steward auch nur die kleinste Blutspur, bedeutete es das sofortige Aus. Da gab es kein Diskutieren und Protestieren, ob die Verletzung gravierend ist oder wie es dazu gekommen war.

Faux pas im großen Sport

Diese Woche hat es nun den deutschen Springreiter Marcus Ehning getroffen. Der eigentlich als sehr fairer Reiter bekannte Ehning wurde nach zwei fehlerfreien Runden beim Nationenpreis im britischen Hickstead disqualifiziert, da bei seinem Pferd eine minimale blutige Schramme im Flankenbereich festgestellt wurde, so auch beim Olympiasieger von 2012, dem Briten Scott Brash, der bei der Global Champions-Tour (GCT) nach seinem Sieg ausgeschlossen wurde. Diese Vorfälle haben die ewigwährende Diskussion rund um die "Blood Rule" nochmals angeheizt. 

Auf Worte folgen Taten

Natürlich gab es auch schon in der Vergangenheit diverse andere Versuche, gegen diese Regel vorzugehen, die aber alle postwendend abgelehnt wurden. Inzwischen wird aber wohl nicht mehr nur diskutiert, denn nachdem auch die Geldgeberin des  Global Champions-League-Teams, die Milliardärstochter Georgina Bloomberg und der Tour-Organisator Jan Tops empört gefordert haben, die "Blood Rule" abzuschaffen, scheint nun tatsächlich Bewegung in die Sache zu kommen. Die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) hat kürzlich einen Entwurf vorgelegt, nach dem zukünftig nun noch der  "exzessive" Gebrauch von Sporen geahndet werden soll. Kleinere Blutspuren würden damit folgenlos bleiben. Sprich, es läge dann im Ermessensspielraum von Steward und Richter. Sie müssen im Zweifelsfall die Entscheidung treffen, wann eine Wunde so ernst ist, dass der Reiter ausgeschlossen wird.

Und nun?

Über Sinn und Unsinn des Ganzen kann man nun endlos diskutieren. Es bleibt natürlich auch abzuwarten, ob es eine Reglementierung geben wird, die dabei hilft die Gewichtigkeit einer Wunde einzustufen. Denn so etwas ist ja immer ein subjektiver Eindruck. Klar ist nur so viel, auch nach Abschaffung der "Blood Rule" wird das Geschrei bei Verstößen groß sein und es wird wohl zukünftig noch mehr Raum für Dipute und Diskussionen geben, einfach, weil es keine eindeutigen Regelungen mehr gibt, sondern die Entscheidung im menschlichen Ermessen liegt. Eine Frage bleibt trotzdem bestehen: Was ist eigentlich fair unseren Pferden gegenüber und was nicht?

theresa
theresa