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Eine pferdige Reise um die Welt - Teil 10: Norwegen

Eine pferdige Reise um die Welt - Teil 10: Norwegen

Nach Deutschland, Frankreich, der Mongolei, Großbritannien, Spanien,den EmiratenÖsterreich, Argentinien und Brasilien macht unsere Weltreise heute schon ihren zehnten Stopp. Nach den warmen südamerikanischen Ländern gehts heute in den hohen Norden. Ins Land der Fjorde, Trolle und der Wikinger, wir reisen nach Norwegen.

Polarlichter in Norwegen Quelle: Carsten Frenzl; Flikr Polarlichter in Norwegen | Quelle: Carsten Frenzl; Flikr

Polarlichter und Mitternachtssonne 

Norwegen liegt auf der Skandinavischen Halbinsel , angrenzend an Schweden, Finnland und Russland. Das Land ist besonders bekannt für seine wunderschönen, unverwechselbaren Naturhighlights, gepaart mir einem ganz besonderem Lebensgefühl und einer Faszination für die Umgebung. Die Nähe zum Nordatlantik ermöglicht jederzeit von fast jedem Ort aus einen schnellen Besuch am Nordpolarmeer. Das hört sich erstmal sehr kalt an, aber der Golfstrom bewirkt ganzjährig, für die nördlichen Breiten, ein ungewöhnlich mildes und feuchtes Klima. Die norwegische Stadt Bergen ist auch tatsächlich die europäischen Stadt mit der höchsten Niederschlagsrate, während im Landesinneren eher Kontinentalklima herrscht, dort gibt es also höhere Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter. Durch die geographische Lage Norwegens gibt es eine riesige Varianz an Tagessonnenstunden im Sommer und Winter. Dieses einzigartige Zusammenspiel von Flora, Witterung und den Polarlichtern, welche den dunklen norwegischen Winterhimmel verzaubern, geben dem Land eine ganz eigene Atmosphäre.

Fjordpferd in Norwegen Quelle: Jon Olav Eikenes; Flikr Fjordpferd in Norwegen | Quelle: Jon Olav Eikenes; Flikr

Das Norwegische Fjordpferd

Die kleinen Falben aus dem hohen Norden sind unbestreitbar Norwegens pferdiger Exportschlager. Die vielseitig einsetzbare Kleinpferderasse ist wohl eine der ältesten Pferderassen der Welt und hat mittlerweile auch bei uns in Deutschland eine große Anhängerschaft gefunden. Sie nennen ihre Pferde liebevoll "Norweger", "Fjord", "Fjordi", "Fjording" oder "Fjordpferd". Die korrekte Rassebezeichnung lautet allerdings "Norwegisches Fjordpferd" - oder Nordhest, wie die Norweger selber sagen. Ursprünglich stammt die Rasse aus "Vestland", einem Distrikt im Westen Norwegens, dessen schroffe Berglandschaft von tief einschneiden Fjorden durchbrochen wird. Das ursprüngliche Fjordpferd entstand vermutlich aus einer Rassemischung aus den Pferden der Wikinger und den keltischen Pferden, welche sie regelmäßig auf ihren Raubzügen erbeuteten. Die genaue Entstehung der Rasse ist jedoch bis heute nicht entschlüsselt. Als die Wikinger seßhaft wurden, setzten sie ihre Pferde auch im Ackerbau und zum Transport von Handelsgütern über die Berge ein. Folglich wurden genügsame Tiere gebraucht, die über eine große Trittsicherheit, hohe Tragfähigkeit, verfügten - echte Allrounder eben.  So entstand ein kleines und robustes Gebirgsarbeitspferd.

Fjordpferde mit traditioneller Stehmähne Quelle: Pete Markham, Flikr Fjordpferde mit traditioneller Stehmähne | Quelle: Pete Markham, Flikr

Fjordpferde haben große Ähnlichkeit mit den Przewalski Pferden, der letzten noch lebenden echten Wildpferderasse der Welt, die in der Mongolei heimisch ist. Sie sind Falben in den verschiedensten Schattierungen. Alle haben einen Aalstrich und dunklen Zebrastreifen an den Beinen.  Ihr Stockmaß liegt zwischen 135 und 150 cm. Bis heute werden die, auch unter schwerer Last, ausgezeichneten Kletterer von den norwegischen Gebirgstruppen als Packpferde eingesetzt . Bei uns in Deutschland finden Fjordpferde heute vielseitige Verwendung. Sie eignen sich für Wanderritte, Distanzreiten, Rallyes und Geschicklichkeitsturniere. Auch werden sie als Therapiepferde eingesetzt. Darüber hinaus sind sie gute Kinderreitpferde. Mittlerweile findet man auch im Turniersport immer wieder Fjordpferde.  

Wie das Fjordpferd zur Stehmähne kam...

Fjordpferde besitzen natürlicherweise, wie jedes Pferd, eine Hängemähne. Die zweifarbige Stehmähne jedoch ist ein absolutes Markenzeichen des Fjordpferdes. Sie wird deshalb bei Reitpferden häufig gestutzt. Der Ursprung dieser Gewohnheit ist eine Tradition der Wikinger, die ihren Pferden seit jeher Stehmähnen schnitten. So sind etwa schon auf uralten Runen-Steinen Pferde mit der, für Fjordpferde typischen und traditionellen Stehmähne abgebildet. Klassischerweise stehen die inneren schwarzen Mähnenhaare etwas höher als die hellen seitlichen. Das Ziel dieser Frisur ist es, den Aalstrich und den kräftige Hals besser zur Geltung zu bringen und das Pferd majestätischer wirken zu lassen. Heutzutage werden den Pferden neben dem klassischen Schnitt noch unzählige andere Formen und Muster in die Mähnen geschnitten.

Pferde in Norwegen

In Norwegen gibt es geschätzt 60.000 Pferde. Gut die Hälfte davon sind Dölepferde, vor Ort auch Døle oder Lettdøle genannt. Insgesamt gibt drei verschiedene, aus Norwegen stammende Pferderassen. Neben dem Fjordpferd, gibt es noch das auch Nordland Pony (auf norwegisch Nordlandshest oder Lyngshest) und eben das Dölepferd, auch Norsk Kaldblod genannt. Auch die Vorfahren des heutigen Islandpferds stammen aus Norwegen. Die beliebten Gangpferde Islands sind, wie auch die Fjordpferde, Nachfahren der einstigen Wikingerpferde. 

Berglandschaft in Norwegen Quelle: Robert Anders; Flikr Berglandschaft in Norwegen | Quelle: Robert Anders; Flikr

Pferderennen in Norwegen 

Der Trabrennsport ist der liebste Pferdesport der Norweger und die generell die am längsten organisierte Sportart in Norwegen. Heute werden auf elf Trabrennbahnen rund 4500 Trabrennen pro Jahr ausgetragen. Auf der Bahn in Oslo-Bjerke finden mit über einhundert Renntagen im Jahr die meisten Rennen statt. Viele international erfolgreiche Traber nehmen jährlich am  Oslo Grand Prix über 2100 Meter oder an den Forus Open Anfang Juli über 1600 Meter teil. Trabrennen sind also sehr populär. Bei den Norwegern kommen aber nicht nur die klassischen Traber zum Einsatz, sondern auch Dölepferde. Die Kleinkaltblutrasse wird seit Langem auf Trabqualität selektiert und bringt beachtliche Leistungen auf der Rennbahn. Schaut euch doch das Video an, es zeigt den erfolgreichen Döle-Hengst Tekno Odin, der sich den Weltrekord von 1.19.1 Minuten auf 2140 Meter erläuft.

 

Galopprennen sind im Gegensatz dazu in Norwegen kaum verbreitet. Es gibt nur eine Galopprennbahn.

Fjord in Norwegen Quelle: Robert Anders; Flikr Fjord in Norwegen | Quelle: Robert Anders; Flikr

Reiturlaub in Norwegen

Norwegen ist ein zauberhaftes Land, und das in wirklich jeder Hinsicht. Wer das Land einmal in live erlebt hat, dem erscheint es keineswegs abwegig, dass sich Märchenwesen, wie Trolle und Gnome in den weitläufigen Wäldern tummeln.Überall im Land begegnet man ihnen, oft auch in Form von kleinen geschnitzten Holzfiguren. Trolle gehören ebenso zu Norwegen, wie auch die Fjorde. Die nordische Mythologie hat dabei eine ganz klare Vorstellung über ihre Herkunft. Trolle und ähnliche Fabelwesen leben in Utgard. Wir Menschen leben in der Welt darüber, in Mitgard. Die Welt der Götter als Asgrad bezeichnet.

Røros Quelle: Arnstein Rønning; Flikr Røros | Quelle: Arnstein Rønning; Flikr

Da die Natur für die Norweger von jeher eine sehr wichtige Rolle einnimmt, pflegen sie ihre Umwelt. So können pferde- und naturbegeisterte Urlauber aus aller Welt vom Sattel aus die atemberaubenden Landschaften Norwegens erkunden. An weißen Stränden entlang, durch schroffe, unwegsame Berglandschaften und tiefeinschneidende Fjorde. All das,  gepaart mit der großen Gastfreundlichkeit der norwegischen Bevölkerung machen Norwegen zu einem unvergesslichen Erlebnis, bei dem garantiert jeder Naturfreund auf seine Kosten kommt.

Fjordpferd vor dem Schlitten Quelle: Paul Williams; Flikr Auf dem Weg nach Røros  | Quelle: Paul Williams; Flikr

Wo die Zeit steht

Auch die ehemalige Bergwerkstadt Røros ist immer einen Besuch wert. Sie liegt knapp 400 Kilometer nordöstlich von Oslo an der Grenze zu Schweden und ist eine der ältesten noch erhaltenen Holzstädte der Welt.  Mittlerweile gehört die Stadt zum Unesco Weltkulturerbe. Das verpflichtet die Gemeinde auf die Erhaltung des Stadtbilds und auch der Traditionen zu achten. Die einzigen Fortbewegungsmittel hier sind deshalb per Pferd oder Kutsche, was den kleinen Ort auch zum beliebten Zeil für Reittouristen macht. Wenn man in der Kutsche oder zu Pferd über die hügeligen Straßen gen Stadt reitet, fühlt man sich um Jahrzehnte zurückversetzt oder wie in einer Filmkulisse.

 

theresa
theresa