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Eine pferdige Reise um die Welt - Teil 3: Mongolei

Eine pferdige Reise um die Welt - Teil 3: Mongolei

So ihr Lieben, ab heute haben auch die Bayern als letztes Bundesland endlich Ferien. Und schon gehts weiter mit unser pferdigen Weltreise. Die letzten beiden Wochen haben wir euch bereits Deutschland und Frankreich mit ihren Pferden vorgestellt. Jetzt verlassen zum ersten Mal Europa und begeben uns in den wilden Osten. In ein Land mit einer gänzlich anderen, aber sicherlich nicht weniger faszinierenden Pferdewelt - heute gehts in die Mongolei.

Die Mongolei - von Steppen und Normaden

Die Mongolei ist ein faszinierender kleiner Binnenstaat, der eingebetet zwischen Russland und China im öslichen Zentalasien liegt. Wobei "klein" in diesem Fall eher relativ ist, denn rein flächenmäßig ist die Monglei etwa 41/2-mal so groß wie Deutschland. Mit nur knapp 3 Millionen Einwohnern ist es allerdings der am dünnsten besiedelte Staat der Welt. In der Hauptstadt Ulaanbaatar leben mehr als 40 Prozent der Landesbevölkerung. Der Rest betreibt größten Teils normadische Viehwirtschaft. Landschaftlich gesehen ist die Mongolei im Norden und Westen eine grasbewachsene Steppenlandschaft mit Bergen. Die Wüste Gobi erstreckt sich im Süden des Landes. Der berühmte Reiterkönig Dschingis Khan gründete 1206 das Mongolische Reich, das sich von Asien bis nach Europa erstreckte.  Noch heute ist es das größte Imperium in der Menschheitsgeschichte. Ohne das Pferd wären diese spektakulären Eroberungsfeldzüge auf keinen Fall möglich gewesen. Ihre Pferde waren also bereits damals eine wichtige Lebensgrundlage für viele Mongolen - und sind es auch noch heute.

Mongolisches Normadenleben Foto: François Philipp | Quelle: Flikr

Die Mongolischen Pferde

Neben der wichtigen Transportfunktion liefen ihre Pferde den Normaden Milch für das Nationalgetränk Airag und bei Bedarf auch Fleisch. Airag wird aus vergorener Stutenmilch hergestellt. Das Getränk ist milchweiß und schmeckt säuerlich. Es is ein wenig mit vergleichbar mit Kefir. Das prickelnde, kühl erfrischende, Nationalgetränk der Mongolen hat einen leichten Akloholgehalt von durschnittlich 2% und einen mandelartigem Nachgeschmack.
Die Mongolen leben nach wie vor sehr traditionell als Nomaden und halten über 3 Millionen Pferde. Folglich gibt es in dem Land mehr Pferde als Menschen.

Herde Mongolischer Pferde Foto: François Philipp | Quelle: Flikr

Mongolische Pferde sind kleine, zähe Tiere, die sich ihr Futter selbst suchen müssen.  Sie wirken recht gedrungen, haben typischerweise einen verhältnismäßig großen Kopf und robuste, harte Hufe. Sie kommen bei der alltäglichen Arbeit der Nomaden und auch auf Pferderennen zum Einsatz. Die Pferde leben das ganze Jahr freilaufend, nur zum reiten werden sie eingefangen. Wenn sie dann mal an den Reiter gewöhnt haben, sind sie meist auch recht verlässliche Reittiere. Die genauen Ursprünge der Rasse sind schwer zu ermitteln, einige der heute verbreiteten Pferderassen stammen von den Mongolen ab.

Reiten auf Mongolisch

Mongolische Reitsättel sind aus Holz und sehr hoch gebaut. Der Reiter hat deshalb relativ wenig Kontrolle über die Bewegung seines Pferdes.  Wie schnell man unterwegs ist, entscheidet meistens das Tier. Die Mongolen sehen das ganz entspannt, denn ihrer Meinung nach kann der Reiter sich dafür besser um seine sonstigen Aufgaben (z. B. Viehtreiben etc.) kümmern. Was kaum jemand weiß, ist, dass ein mongolisches Pferd recht häufig von sich aus in den Tölt fallen wird, die Tiere sind also meist Mehrgänger.

Pferderennen

Die Mongolen lieben drei Sportarten: Ringen, Bogenschießen und Pferderennen! Das Pferderennen hat seinen Ursprung in den militärischen Anforderungen und findet den jährlichen Höhepunkt jeweils im Naadam-Fest, dem Nationalfest der Mongolei, das jährlich vom 10. bis zum 13. Juli stattfindet.

Junger, mongolischer Reiter Foto: Bernd Thaller | Quelle: Flikr

Kinderrennen

Bei den Pferderennen auf Naadam treten Kinder auf ein- bis fünfjährigen oder älteren Pferden gegeneinander an. Je nach Altersklasse werden verschiedene Distanzen geritten.  Bei diesen
Rennen legen die Pferde mit einem Kind im Sattel bis zu 35 km am Stück in gestrecktem Galopp zurück. Fällt einer runter, wird das Pferd trotzdem weiter bis ins Ziel mitlaufen und muss dort von bereitgestellten Helfern abgebremst und oft recht mühsam eingefangen werden. Die Pferde, die bei diesen Rennen gewinnen, werden gefeiert und die Kinderjockeys erhalten Geschenke vom  mongolischen Staatspräsidenten.

Das mongolische Derby - ein episches Abenteuer

Das Mongol Derby ist das längste und härteste Pferderennen der Welt. Die 1000km lange Route führt entlang Dschingis Khan’s Post-Strecke, quer durch die Mongolische Steppe. Geritten wird das Rennen auf halbwilden Pferden.
Der Startschuss für das 9. Mongolische Derby fällt am 09. August 2017, im Anschluss an ein 2-tägiges Pre-Derby Training für die Teilnehmer. Schätzungsweise um den 18. August herum werden die letzen Reiter das Rennen beenden. Das Rennen zieht Abentuerlustige aus der ganzen Welt an. In diesem Jahr gibt es ingesamt 36 Teilnehmer, 12 Männer und 24Frauen. Die meisten von ihnen kommen aus Australien, Neuseeland, den USA und Kanada. Aber es sind auch einige Europäer am Start. Unter ihnen zwei Deutsche.

Hier könnt ihr die Tour der Abenteurer, die das 2017 Mongol Derby mitreiten, live verfolgen.

Die Reiter dürfen bei dem Rennen selbst entscheiden, wie sie navigieren. Es müssen lediglich diverse Stationen passiert werden und regelmäßig die Pferde ausgetauscht werden. Es kommt bei dem wahnsinnigen Rennen natürlich auch recht häufig zu Verletzungen und Ausfällen, von Mensch und Pferd. Nur etwa 50% der Teilnehmer werden in der Lage sein, das Rennen auch tatsächlich zu beenden. Wo es von Nöten ist,  steht ein Team aus kompetenten Ärzten und Tierärzten zur Verfügung.

Hier ein Clip aus dem Film "All the wild Horses", der das Rennen dokumentiert. Der ist das Anschauen auf jeden Fall wert, denn man bekommt einen guten Eindruck von der ganzen Aktion.

Interessierte können das verrückte Rennen nicht nur live auf der offiziellen Webseite verfolgen, sondern wagemutige Reiter können sich dort auch bereits für das nächste Jahr anmelden!

Von Menschen und Pferden

Wenn man sich etwas mit dieser faszinierenden Welt beschäftigt, zeigt sich eines ganz deutlich. Das Pferd  bedeutet wirklich ALLES für die normadisch lebenden Familien der Mongolischen Steppe. Es ist ein schnelles Transportmittel und liefert Nahrung und diverse Alltagsgegenstände. Denn aus dem drahtigen Langhaar ihrer Pferde knüpfen die Mongolen auch Seile und ähnliches. Ebenso im Tourismus -Bereich und zum Export des Landes tragen die Pferde bei. Schweifhaare der Mongolen Pferde sind auf vielen Violinenbögen weltweit zu finden.

Die Mongolei ist also wahrhaftig ein echtes Pferdeland, denn die Mongolen leben und sterben tatsächlich mit ihren Pferden!

theresa
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