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Eine  pferdige Reise um die Welt - Teil 5: Spanien

Eine  pferdige Reise um die Welt - Teil 5: Spanien

Nach Deutschland, Frankreich, der Mongolei und Großbritannien geht es heute wieder in ein europäisches Pferdeland, nach Spanien.

Spanier auf PRE Quelle: 4Hooves Spanier reitet PRE Hengst | Quelle: 4Hooves

Die Spanier und die Pferde

In dem südeuropäischen Land hat das Pferd eine uralte und tiefgreifende traditionelle Bedeutung und man begegnet ihm mit Hochachtung. Im Hinblick auf die Spanische Geschichte lässt sich dies auch nachvollziehen und man kann deutlich die herausragende Bedeutung der spanischen Pferde erkennen. Bereits seit dem Mittelalter floriert die Pferdezucht auf der Iberischen Halbinsel und auch heute liegt dort eindeutig die Hochburg der Pferdezucht und des Reitsports in Spanien.

Der Andalusier

Wenn man heute von einem „Andalusier“ oder “Spanier” spricht, hat jeder sofort den edlen, rassigen Schimmel mit langen, wallendem Behang, der wohl in jedem Mädchentraum mindestens einmal vorkommt, vor Augen. Tatsächlich bezeichnet der Begriff “Andalusier” aber alle auf der iberischen Halbinsel gezüchteten Pferderassen. Im Speziellen haben sich bei den andalusischen Pferden einfach in der Mehrheit schimmelfarbene Pferde herausgebildet.

“Spanier” gelten als sehr gelehrige, temperamentvolle und aufgeweckte Pferde und sind heute ganz besonders für die “hohe Schule“ der barocken und akademischen Reitkunst, sowie für die aufregenden Manöver der “Working Equitation” gefragt. Ihre Charakterstärke und ihr meist angenehmes Wesen machen sie zu guten Reitpferden und ihre Eleganz und Stattlichkeit bringen ihnen stets Bewunderung ein.

PRE Hengst Quelle: SICAB PRE Hengst | Quelle: SICAB

„Pura Raza Española“ (PRE)

Von den Andalusiern hebt sich die als „Pura Raza Española“ bezeichneten Pferderasse ab. Diese Pferde sind eng mit den nordafrikanischen Berbern verwandt und ihr Zuchtprogramm nimmt nur besonders exquisite Pferde mit auf. Für ihre edlen Rösser hat die Rasse es heute zu Weltruhm gebracht.  Grundsätzlich kommen alle Farben vor, besonders gefragt sind aber natürlich nach wie vor Schimmel und Glanzrappen.

Im 18ten Jahrhundert begannen die Spanier ihre recht barocken Pferde mit Arabischen Vollblütern zu kreuzen. Die dadurch entstandenen Hispano - Araber waren etwas leichtere, wendigere Pferde, die ideal für den Einsatz beim traditionellen Stierkampf zu Pferd waren. Später, im 19ten Jahrhundert entstand der sogenannte “Tressange “. Diese Pferde waren eine Kreuzung aus Hispano - Araber Stuten mit Vollbluthengsten und sollten die Vorteile aller drei Rassen in Sachen Rittigkeit, Mut, Charakter, Wendigkeit und Schnelligkeit vereinigen. Heute sind viele der als “Andalusier” bezeichneten Pferde tatsächlich sogenannte Cruzados, also eine Kreuzung aus den verschiedensten Rassen wie Hispano - Araber, Tressange, Anglo - Araber, Vollblut, Berbern und PREs.  

Die spanische Reiterei

Natürlich gibt es auch in Spanien großartige und weltweit erfolgreiche Athleten in den klassischen Pferdesportdisziplinen, im Bereichen Springen, Dressur und Vielseitigkeit. Die Spanier haben aber auch ihre ganz eigene Art der Reiterei entwickelt, die in den letzten Jahren mehr und mehr auch außerhalb Spaniens in ganz Europa, eigentlich sogar weltweit begeisterte Anhänger findet. Schon im Mittelalter haben sich in Spanien zwei verschiedene Arten des Reitens entwickelt:

Doma Vaquera Quelle: SICAB PRE in Aktion | Quelle: SICAB

Doma Clásica

Die sogenannte “Brida” wird als Ursprung der heutigen “Doma Clásica” diskutiert. Es war die Reitweise der schwer bewaffneten und gepanzerten ritterlichen Reiter, die mit sehr langen Steigbügeln ritten. Diese Reitweise begründet die heute betriebene sogenannte barocke Reitkunst.

Doma Vaquera

Die “Jineta” war der Reitstil der leicht bewaffneten Cavalerie, geritten mit relativ kurzen Steigbügeln und Ursprung der sogenannten Doma Vaquera.  Diese Reitweise kommt von den Vaqueros, den spanischen Hirten, die früher in den “Marismas”,die Sumpfgebieten Südandalusiens, Vieh und Pferde hüteten. Später wurden Elemente aus der Jineta und der Doma Vaquera in den “Rejoneo”, den Stierkampf zu Pferd, integriert. Heute gibt es durch die Industrialisierung keine Notwendigkeit für das Hüten der Herden mehr. Denn bis auf die Kampfstiere, die noch immer nach den alten Regeln gehalten werden, sind die Herden gänzlich aus Andalusien verschwunden. Deshalb ist die Doma Vaquera heute hauptsächlich für den traditionellen berittenen Stierkampf relevant, wo es auch regelmäßig Showeinlagen gibt. Die noch relativ junge Reitdisziplin “Working Equitation” greift ebenfalls Elemente aus der Doma Vaquera auf. In manchen Prüfungen ist  auch Rinderarbeit gefragt. Seit den 1970ern gibt es in Spanien auch Doma Vaquera Meisterschaften. Dabei werden die Elemente der Doma Vaquera in allen Gangarten gefordert. Neben Pirouetten, Seitengängen, rasanten Run-downs mit Stopps, Dynamischen Drehungen um Vor- und Hinterhand und schnelles Rückwärtsrichten sind inzwischen zusätzlich noch Elemente aus der Dressur Reiterei dazugekommen. Zum Beispiel Zirkel, Fliegende Galopp- und Serienwechsel sowie Außengalopp. Auch die Arbeit mit der Garrochia, einem 3-4 m langen, hölzernen Stab mit einer Eisenspitze gehört zu den Aufgaben in Doma Vaquera Prüfungen. Die Garrochia wurde ursprünglich als Verlängerung des Reiterarms bei der Rinderarbeit verwendet.

Feria de Jerez Quelle: Rancho La Paz Feria de Jerez | Quelle: Rancho La Paz

Spanische Pferdefeste

Die Pferdemesse “Feria de Caballo” findet in Jerez de la Frontera statt. Jedes Jahr Anfang Mai kommen Reiter und Pferdezüchter mit ihren schönsten Tieren in das “Mekka” der andalusischen Pferdezucht. Der Höhepunkt der Woche ist stets der spektakuläre Pferdeumzug „Paseo de Caballos“, wo sich Pferde und Reiter in traditioneller Kleidung und Ausrüstung in ihrer ganzen Pracht präsentieren. Ein weiteres Highlight für die spanische Pferdewelt findet im November in Sevilla statt, die ”Salón Internacional del Caballo de Pura Raza Española”(SICAB). Die SICAB eine der wichtigsten Pferdemessen der Welt. Es stehen ausschließlich Pferde der Rasse Pura Raza Española im Mittelpunkt. Die Messe zieht jährlich knapp 250.000 Besucher an. Präsentiert werden die schönsten und auch die Vielseitigkeit der Rasse. Beide Feste ziehen einen sofort in ihren Bann sind auf jeden Fall immer einen Besuch wert. Auch Nicht-Pferde Fans werden begeistert sein, vom spanischen Lebensgefühl und der Stattlichkeit der Pferd-Reiter Kombinationen in ihren Prunkgeschirren.

Ausritt im Landesinneren Andalusiens Quelle: 4Hooves Ausritt im Landesinneren Andalusiens | Quelle: 4Hooves

Reiten in Spanien

Spanien ist ohne Frage eines der beliebtesten Ziele für Reiturlaub in Europa und das nicht ohne Grund. Denn wer träumt nicht vom schnellen Galopp am Strand entlang, den warmen Wind im Haar und die frische Meeresbrise in der Nase, anschlieβend eine gemütliche Rast unter einem Olivenbaum oder einer Pena, einer der kleinen Bars oder ausgedehnte Ritte durchs Landesinnere mit abenteuerlichen Kletterpartien, wunderbaren Ausichten auf die andalusischen Hügel und die weißen Bergdörfer eingebettet in die Landschaft. So ein Ritt hat aber noch vieles mehr zu bieten, im gemütlichen Schritt durch einsame Berglandschaften, vorbei an Stierweiden und Olivenhainen, oder im wilden Galopp über langgestreckte Wege, durch Korkeichenwälder, vorbei an Lagunen im wahren Naturparadies. All das und noch viel mehr lockt Reittouristen aus aller Welt jedes Jahr zum Urlaub nach Spanien und so sind die Möglichkeiten Reiterferien in Spanien zu machen entsprechend vielfältig. Ein Urlaub mit mit Reitstunden ist genauso denkbar, wie Ausritte auf geländesicheren Pferden für Erfahrene und Einsteiger, Mehrtagestouren oder Nachtritte, hier findet man alles was das Reiterherz begehrt. Neben dem Reiten lernt man die spanische Kultur, Sprache und einfach das südliche Lebensgefühl aus Sonne, kulinarischen Genüssen, geselligem Beisammensein kennen und lieben!

Also los! Aufgesessen und losgaloppiert, hinein ins Urlaubsvergnügen!

theresa
theresa