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Eine pferdige Reise um die Welt - Teil 6: Vereinigte Arabische Emirate

Eine pferdige Reise um die Welt - Teil 6: Vereinigte Arabische Emirate

Die letzten Wochen haben wir, bis auf die Mongolei ,  ausschließlich Europäische Länder besucht. Nach Deutschland, Frankreich, Großbritannien  und Spanien werden wir und heute auf machen in den nahen Osten - in die Vereinigten Arabischen Emirate. 

Was sind eigentlich die Vereinigten Arabischen Emirate?

Die Vereinigten Emirate sind eine Föderation aus sieben verschiedenen Emiraten im Südosten der Arabischen Halbinsel in Südwestasien, diese sind Abu Dhabi, Adschman, Dubai, Fudschaira, Ra’s al-Chaima, Schardscha und Umm al-Qaiwain. Das Land hat eine Fläche von 83,600 Quadratkilometern (es ist also etwa so groß wie Österreich oder Bayern), hat rund 5,4 Millionen Einwohner und verfügt durch die Bodenschätze - allen voran natürlich Öl - über einen teilweise nur schwer fassbaren Reichtum, die Hauptstadt ist Abu Dhabi. Angrenzend liegen Saudi-Arabien und der Oman. Pferde spielen in den Emiraten seit jeher eine große Rolle. Der Pferdesport hat dort eine lange Tradition, besonders beliebt sind Pferderennen jeglicher Art und auch der Distanzsport. 

Araber - Söhne und Töchter des Windes

Das Arabische Pferd ist der ganze Stolz der Beduinen. Sie  betreiben zuweilen einen regelrechten Kult darum. Ihre Hengste nennen sie  "Trinker der Lüfte" und ihre Stuten "Töchter des Windes". Der genaue Ursprung der Rasse ist unbekannt, die Araber glauben jedoch, dass Allah selbst die edlen Tiere aus dem Südwind geschaffen hat. Und wenn man sieht, wie sich die imposanten Tiere bewegen und mit welcher Leichtfüssigkeit sie regelrecht über die Erde schweben, kann man sich das das durchaus vorstellen.  Die Rasse umgibt seit jeher eine Faszination und arabische Pferde sind heute weltweit sehr beliebt. Sie sind überaus vielseitig und werden in allen Bereichen des Reit- und Fahrsports eingesetzt. In vielen der heutigen Rassen wurde - oder wird sogar bis heute - das Arabische Vollblut zur Rasseveredelung eingesetzt. Araber sind bekannt für ihre großen, ehrlichen Augen und gelten generell als sehr menschenfreundlich. Ich Körperbau, ihre Leichtfüssigkeit und Schnelligkeit machen sie zu ausgezeichneten und unschlagbaren Langstrecken-Pferden. Die Parade-Disziplin des Arabers bei uns in Europa, oder generell auch weltweit liegt daher im Distanzsport.  Auch in ihrer Wüstenheimat veranstalten die Beduinen überall allseits beliebte Rennen, dorthin kommen die verschiedenen Beduinenfamilien mit ihren schönsten und schnellsten Pferden und treten gegeneinander an.

Distanzrennen Quelle: Abu Dhabi Equestrian Club Distanzrennen | Quelle: Abu Dhabi Equestrian Club

Araberrennen

Die Emirate sind berühmt für ihre Distanzrennen durch die Wüste. Diese Renner werden auf arabischen Pferde geritten. In den kühleren Monaten zwischen Oktober und März finden etwa 50 Rennen jeweils über 80-240 Kilometer (50-150 Meilen) statt. Die Reiter benutzen Schals, um ihre Gesichter vor dem Staub von Dutzenden von Fahrzeugen zu schützen, die das Rennen begleiten. Diese sind nötig, um eine durchgehende Wasserversorgung zu gewährleisten.  Es gibt heute etwa 2.000 aktive Distanzpferde und 87 Rennställe, die von der Emirates Equestrian Federation aufgeführt werden. In Frankreich, wo der Distanzsport auch recht beliebt ist, gibt es im Vergleich dazu etwa 800 solcher Pferde, obwohl die Bevölkerung die der Emirate um das achtfache übertrifft.

Galopprennen Quelle: Abu Dhabi Equestrian Club Galopprennen |  Quelle: Abu Dhabi Equestrian Club

Galopprennen

Eine zweite Pferderasse ist in den Emiraten ganz groß rausgekommen - das Englische Vollblut. Kaum ein anderes Land ist generell so Rennsport begeistert wie die Bewohner des nahen Ostens. In Abu Dhabi findet jährlich im März das mit etwa $10 Millionen am zweithöchst-dotierte Galopprennen der Welt statt. 
Der Abu Dhabi Equestrian Club ist die Heimat der Pferderennen in der Hauptstadt. Es gibt Renntermine an fast jedem Wochenende. In den Emiraten sind Pferderennen nicht nur etwas für die wohlhabendere Bevölkerungsschichten, denn der Eintritt zu den Rennen ist frei. In der kühleren Jahreszeit werden die Rennen in den Nachmittags- oder Abendstunden abgehalten. Für gewöhnlich gibt es sechs Rennen pro Abend, die in 30-Minuten-Intervallen beginnen. Die Atmosphäre so einer Rennacht ist schwer zu überbieten. Es gibt zwar keine Wetten, aber die Tri-Cast-Competition lädt die Besucher der Rennen dazu ein, ihre Favoriten für die ersten drei Zieleinläufer in jedem Rennen zu nennen. Die Gewinner erhalten Preise, die haben aber nicht die Höhe, die woanders üblich sind. Die maximale Gewinnsumme die man hier gewinnen kann liegt bei etwa 1200 EUR. Diese Publikumsfreundlichkeit macht das Pferderennen in den Emiraten zu einem absolut gesellschaftsschichten-übergreifenden Freizeitvergnügen.

Horsemanship auf Arabisch

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind wie bereits berichtet eher für ihre Arabischen Pferde und den Rennsport gekannt aber nicht gerade für ihre guten Horsemanship-Trainer. Doch es gibt sie auch in den Emiraten. Da sieht man diesen Mann im traditionellen Outfit aus Abu Dhabi: Ali-Al-Ameri ist ein waschechter Horse Master, wie sie ihn ihn seiner Heimat nennen. Er stammt selbst aus der Wüste und gehört einer Beduinen-Familie an - er ist der, der mit den Pferden tanzt. Für ihn bedeutet gute Horsemanship viel mehr als besondere Kommunikation zwischen Mensch und Pferd, denn in der Wüste kann Überleben oder Sterben davon abhängen. So behandelt er auch seine Pferde, mit dem gebührenden Respekt. Mit seiner Trainingsmethode schafft er es innerhalb kürzester Zeit, das Vertrauen der verschiedensten Pferde zu gewinnen, die in ihn als Sicherheitsgaranten ansehen und deshalb seine Nähe suchen. Aber seht selbst, im folgenden Video bekommt ihr einen ganz guten Eindruck seiner täglichen Arbeit.

Reiturlaub in der Wüste

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind auch ein beliebtes Tourismusziel und das auch bei Reitern. Besonders während der milderen Jahreszeit von Oktober bis April finden viele der unzähligen Freizeitaktivitäten im Freien statt und so gibt es auch für Pferdefreunde einiges zu erleben - und das nicht nur, weil sich Pferde- und Kamelrennen seit jeher sehr großer Beliebtheit bei den Bewohnern der Vereinigten Arabischen Emirate erfreuen. Zusätzlich erfahren die Emirate, zumindest was den Reittourismus angeht die letzten Jahre einen regelrechten Hype - und das nicht umsonst. Geführte Ausritte an die endlosen Strände des Persischen Golfs und abenteuerliche Wüstenritte auf temperamentvollen Arabern sind sehr gefragt. Denn beim gestreckten Galopp am Strand oder durch die Wüste kommt bei uns Reitern durchaus ein Tausend-und-eine-Nacht Feeling auf.  Das lässt uns dann von Scheichs, Prinzessinnen und der orientalischen Lebensart träumen. Viele der Reitställe liegen in unfassbar schönen Wüstengebieten und gleichzeitig auch in Strandnähe. Unter Umständen bekommt man also das beste aus beiden Welten - Stand und Wüste - ein Szenario, dass sicherlich viele Reiterherzen höher schlagen lässt. Was kann es Schöneres geben!?  

Die Art, wie die Araber ihre Pferden verehren ist einzigartig, das macht die Emirate am Persischen Golf zu echten und vor allem äußerst spannenden Pferdeländern.

theresa
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