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Eine pferdige Reise um die Welt - Teil 7: Österreich

theresa
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Eine pferdige Reise um die Welt - Teil 7: Österreich

Die letzten Wochen waren wir mit euch schon in vielen europäischen Ländern, Wie Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und auch im nahen und fernen Osten unterwegs. Auch heute gehts nach Osten, allerdings quasi direkt vor die Haustür.  Ins Land der Berge und der Kaiserpaläste - nach Österreich.
Österreich ist das Land der hohen Berge und des Wiener Walzers - und jeder Reiter weiß, Österreich ist auch das Land der Hohen Schule! Denn direkt im Herzen Wiens, hinter der Hofburg, dem Palast der ehemaligen österreichischen Kaiser, liegt die Stallburg der weltberühmten Spanischen Hofreitschule, die heute sogar zum immateriellen UNESCO Kulturerbe der Menschheit zählt. 

Einzigartige Schulen über der Erde

Die Spanische Hofreitschule hat in Wien eine lange Tradition und ist die älteste Reitschule der Welt. Ursprünglich diente die Institution, zur Ausbildung des Jung-Adels für Kunstreiterei und Krieg. Heute begeistern die beindruckenden Manöver der Hengste Zuschauer aus aller Welt. Die Hofreitschule ist ganzjährig für Führungen geöffnet und bis auf eine Sommerpause von Mitte Juni bis Anfang August können Besucher wöchentlich von Dienstag bis Freitag bei der Morgenarbeit zuschauen oder einer der faszinierenden Abendshows am Wochenende beiwohnen.  Die Bereiter und ihre weißen Hengste präsentieren Interessierten aus aller Welt die unvergleichliche Harmonie zwischen Mensch und Pferd in Perfektion und Eleganz.
Die Spanische Hofreitschule ist weltweit die einzige Institution, an der klassische Reitkunst in der Renaissancetradition der "Hohen Schule" nach den Lehrern des Rittmeisters François Robichon de la Gueriniere seit mehr als 450 Jahren aktiv und unverändert weiter gepflegt wird.  
An der Wiener Hofreitschule werden ausschließlich streng ausgewählte, besonders edle Lipizzaner Hengste ausgebildet. Es sind fast ausschließlich Schimmel, aber immer werden auch ein oder zwei Braune an der Schule ausgebildet, denn sie gelten als Glücksbringer.

Jobs an der Hofreitschule

Die Bereiter der Wiener Hofreitschule gehen durch eine harte Ausbildung. Im Alter zwischen 15 und 19 Jahren treten die sogenannten "Eleven" in die Schule ein. Nach einer vier- bis sechsjährigen Ausbildung können sie dann Bereiter-Anwärter werden, müssen einen jungen Hengst eigenständig bis zur Schulquadrille-Reife ausbilden und ihn erfolgreich in der Schulquadrille reiten. Erst dann dürfen sie sich Bereiter der Wiener Hofreitschule nennen und können durch besondere Leistungen zum Oberbereiter befördert werden. Erst seit 2008 können sich auch junge Frauen an der Reitschule bewerben. In der Stallburg können 72 der berühmten weißen Hengste untergebracht werden. Diese Stallungen und der "schönste Reitsaal der Welt" - die lichtdurchflutete "Winterreitschule", eine ausgesprochene pompöse Arena im Renaissance Stil sind das Herz der Hofreitschule.

Schaut euch das kurze Video an, und ihr spürt gleich den einzigartigen Flair der Arena in Wien.

Die Lipizzaner

Lipizzaner gelten als die älteste Kulturpferderasse Europas. Entstanden sind sie aus einer Kreuzung von spanischen, arabischen und Berber-Pferden. Die Rasse geht zurück auf Kaiser Ferdinand I im 16. Jahrhundert. Er wuchs in Spanien auf, zog dann nach Österreich und brachte Pferde von der iberischen Halbinsel mit an den Hof nach Wien. Diese Pferde galten als besonders edel, stark, feurig und gelehrig und eigneten sich deshalb besonders für die klassische Reitkunst. Jeder der Lipizzanerhengste, die heute an der Hofreitschule mit ihren Vorführungen Pferdefreunde aus aller Welt begeistern, ist ein Nachkomme dieser einstigen stolzen, spanischen Pferderasse. Daher auch das "Spanische" im Namen der Hofreitschule.  Die Hengste der Wiener Hofreitschule stammen alle aus den Bundesgestüt Piber in der Weststeiermark. Dort verbringen sie auch ihre Kindheit und später den wohlverdienten Ruhestand. Nach dem Absetzen gehen die ein- bis dreijährigen Jungtiere dann auf den Almen in 1.500 Metern Seehöhe, wo sie durch die teils steilen und steinigen Hänge die notwendige Trittsicherheit, Ausdauer und Abhärtung gefahren. Die Ausbildung der Schulhengste beginnt im Alter von 3-4 Jahren und findet neben Wien oder Piber auch im Trainingszentrum Heldenberg in Niederösterreich statt, bis sie bereit sind für die Lektionen der Hohen Schule vergehen je nach Pferd mindestens 4-6Jahre.

Pferderassen in Österreich

Neben den Lipizzanern werden in Österreich auch Warmblüter gezüchtet. Sie haben ein eher uneinheitliches Exterieur. Im Allgemeinen weisen sie die gleichen Merkmale wie auch die Deutschen Reitpferde auf. Gewünscht sind mittelgroße, vielseitige Sportpferde, die sich sowohl für Dressur als auch zum Springen eignen. Auch das Norikerpferd stammt aus Österreich. Diese Rasse ist charakterisiert als mittelschweres, kräftiges und ausdauerndes Gebirgskaltblut. Diese Pferde sind besonders trittsicher uns eigen sich bestens zum Einsatz in den Gebirgslagen der österreichischen Alpen. Neben den aus Österreich stammenden Pferderassen sind aber unzählige andere Rassen dort zu finden. Denn ähnlich wie auch in Deutschland ist die Reiterwelt in Österreich sehr vielschichtig und so gut wie jede Spate des Reit- und Fahrsports findet seine Anhänger im Alpenstaat.

Haflinger auf der Wiese Haflinger auf der Wiese Foto: Grigorita Ko | Quelle: Fotolia

Organisation des Reitsports in Österreich

In Österreich gibt es, als Pendant zur deutschen FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung), den Österreichischen Pferdesportverband (OEPS). Als Dachverband vertritt der OEPS neben den klassischen Olympia- beziehungsweise FEI Reitsportarten Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Distanz, Fahren, ParaEquestrian - Dressur, Reining und Voltigieren auch viele andere Sparten des Reitsports in Österreich, die wichtigsten sind: 
Haflinger, 
Horse Ball, Isländer, Kleinpferde & Ponies, Mounted Games, Noriker, Orientierungsreiten, Polo, Reiten im Damensattel, Reitervierkampf, Vollblutaraber, Westernreiten und Working Equitation.
Wichtige Veranstaltungen des Österreichischen Reit- und Fahrsports, wie Leistungsprüfungen, Körungen, Fohlen- und Hengstschauen etc. werden im Pferdezentrum Stadl-Paura in Oberösterreich abgehalten und sind immer einen Besuch wert.

Urlaub im Sattel

Genauso vielseitig, wie die Pferdesportarten ist auch das Angebot für Erholungsuchende Reiter/innen, die ihren Urlaub zu Pferd in Österreich verbringen möchten. Ob Familienurlaub, Ponykindergarten, Reiterferien für Kinder und Jugendliche, Westernreiten, Wanderreiten, Ausreiten, Springreiten, Dressurreiten oder auch Urlaub mit dem eigenen Pferd - Österreich ist ein echtes Reit-Eldorado. Pferdebegeisterte Urlauber können hier aus einer Vielzahl maßgeschneiderter Angebote etwas passendes auswählen: 

Der Seewinkel im Burgenland gehört zur UNESCO Welterbe-Region um den Neusiedler See und hat mit seinem 150 Reitwege-Kilometern Netz vieles für Reiter zu bieten. Vorbei an der farbenfrohen Vogelwelt des Nationalparks, bekommt man hier auch einer Herde der seltenen Przewalskipferde, Albino-Esel und Graurinder sowie zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten zu Gesicht. Es gibt zahlreiche, exzellente Reitherbergen, -raststationen und Heurige so wie einige Spas, in denen sich angestrengte Wanderreiter sogar eine Wellnesspause gönnen können. Insgesamt gibt es im Burgenland etwa 1000 Reitwege-Kilometer und beinahe Jeder von ihnen bringt eine neue Überraschung. 

Das niederösterreichische Waldvierteler Hochland erstrecht sich entlang der Ausläufe des Böhmerwaldes in einer Höhenlage von bis zu 1.000 Metern. Hier finden Reiter idyllische Landschaften, naturbelassene Reitwege und, dank der Hochlage angenehme Temperaturen auch im Sommer sowie sonnige und nebelfreie Tage im Herbst.  Das Waldviertel ist sehr gut erschlossen, was das Reitwegenetz angeht und ist mit den benachbarten oberösterreichischen Reitgebieten Mühlviertler Alm, Nordwald und Gföhlerwald vernetzt. Die Reitmöglichkeiten sind hier schier grenzenlos.
Auch die wildromantische Landschaft des Nationalparks Kalkalpen sind Reitern zugänglich. Von Ampflwang am Fusse des Hundsrücks, dem größten Reiterdorf Österreichs aus erstrecken sich unzählige Kilometer der unterschiedlichsten Reitwege durch hügeliges Alpenvorland bis zu Pfaden im Nationalpark, wo man sogar bis zum Gipfelkreuz reiten kann. 

Zu guter Letzt gibt es natürlich auch den Klassiker für besonders abenteuerlustige und erfahrene Reiter.  Der Ritt über die Alpen auf Hannibals Spuren. Dabei geht es entlang alter Römerstraßen über steile Klettersteige und Hochmoore vorbei an den wunderschönsten Szenerien und Ausblicken. Natürlich werden auch Tagesritte oder mehrtägige Almtouren in den Alpen angeboten. 

Es gibt also auch in Österreich eine buntgemischte Palette an Urlaubsmöglichkeiten mit jeder Menge kreativer Ideen für Pferdefreunde.