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Alternativen zum Hufeisen - Megasus Horserunners

Alternativen zum Hufeisen - Megasus Horserunners

"Das Ende der Eisenzeit für Pferde"

Mit diesem Spruch bewirbt die österreichische Firma Megasus ihr neues Produkt, die sogenannten Horserunners. Obwohl schon lange Kunststoffbeschläge oder Hufschuhe als Alternative zu herkömmlichen Eisen auf dem Markt sind, gibt sich der Megasus Horserunner als Innovation. 

Megasus Horserunners Sohlenplatte aus 2 Komponenten mit Seitenaufzügen Quelle: Megasus Megasus Horserunners Sohlenplatte aus 2 Komponenten mit Seitenaufzügen | Quelle: Megasus

Was sind eigentlich Megasus Horserunners und wie ist die Idee entstanden?

Megasus beschreibt seine Horserunners als Allround-Hufschutz für Freizeitreiter. Der Horserunner wird mit Hilfe eines am Huf angeklebten Klettpads und diverser Seitenclips, die an der Sohlenplatte individuell angebracht werden können am Huf fixiert, ganz ohne aufnageln. Megasus Horserunners sind damit, laut Hersteller, die weltweit ersten anklippbaren Laufschuhe für Pferde. Ein Hufschutz, der nicht permanent und ganz leicht an- und ausziehbar ist - eben der erste ansteckbare Sportschuh für Pferde.
Die Idee mit einem alternativen Material den Beschlag der Pferde zu verbessern hatte ein Hufschmied vor etwa 25 Jahren. Der stellte schon damals fest, dass über 50% der Pferde, die krankheitsbedingt eingeschläfert werden mussten aufgrund von Huf- und Beinproblemen sterben. Diese Zahl veranlasste ihn dazu, sich über andere Möglichkeit des Beschlags, die diese Problematik entschärfen könnten, Gedanken zu machen.  Er startete diverse Versuchsreihen zur Thematik Hufbewegung und entwickelte auf der Basis seiner Erkenntnisse, bereits vor etwa 20 Jahren, quasi die ersten "Vorläufermodelle" zu den heutigen Horserunners - die Kunststoffbeschläge "Dynamix“und "easywalker“. Diese Modelle haben schon damals den Markt verändert und waren auch ein Puzzleteil zur heutigen Barhufbewegung. Ziel war es zu der Zeit, einen alternativen Hufschutz zu bauen, mit dem der Hufschmied gut arbeiten und seine gewohnten Werkzeuge verwenden kann.In den nächsten 15 Jahren wurde der "easywalker" immer weiterentwickelt und verbessert. Dieser Beschlag ist inzwischen sehr etabliert und wurde auch bereits auf der WM im Vielseitgkeitssport eingesetzt. 

Megasus Horserunners Sohlenplatte aus 2 Komponenten Quelle: Megasus Megasus Horserunners Sohlenplatte aus 2 Komponenten | Quelle: Megasus

Was unterscheidet die Megasus Horserunners von bereits erhältlichen Produkten? Worin liegt der Vorteil?

Die Idee des Megasus Horserunners ist, dass sowohl die Sohlenplatte, als auch die Seiten-Clips aus zwei unterschiedlichen, sich ergänzenden Komponenten besteht. Diese geben zum einen Stabilität, sind aber zugleich auch elastisch und sorgen für Stoßdämpfung und Grip. Durch seine individuell verschiebbaren Seitenaufzüge, die im unteren Teil fest sind, was für besondere Trittsicherheit sorgt und im oberen Teil beweglich, kann man den Megasus an jede nur erdenkliche Hufform und -zustand ideal angepassen. Im Gegensatz dazu haben alle bisher da gewesenen Hufschuhe immer eine vorgegebene Form. Sprich, der Huf muss genau in den Schuh passen, was ein großer Nachteil ist, vor allem bei Pferden, deren Hufe von der Norm abweichen. Am Huf wird für den Megasus Horserunner ein selbstklebendes Klettpad angebracht, an dem die Seitenaufzüge dann verankert werden.

Beeinträchtigung der Hufflexibilität durch ein Hufeisen im Vergleich zum Megasus Horserunner Quelle: Megasus Beeinträchtigung der Hufflexibilität durch ein Hufeisen im Vergleich zum Megasus Horserunner | Quelle: Megasus

Einfluss von Kleber und Pads auf Hornqualität und Hufmechanismus

Der Kleber auf dem am Huf angebrachten Pad soll laut Herstellerangaben für 3-4 Wochen halten. Bevor das Pad angebracht werden kann, wird der Huf mit einem sogenannten Primer behandelt, dieser schafft optimale Bedingungen und sorgt für eine maximale Klebeleistung. Nach ca. 30 Sekunden kann dann darauf das Klettpad angebracht werden, der Vorteil gegenüber herkömmlich aufgenagelten Eisen liegt darin, dass der Huf nicht "durchlöchert" und geschädigt wird. Was den Hufmechanismus angeht, so haben zahlreiche Untersuchungen ergeben, dass der Huf sich nicht mehr als im Bereich um 2mm bewegt. Die meiste Bewegung  findet dabei im Knorpel- und Fettgewebe des Hufballenbereichs statt, während seitliche Ausdehnung kaum eine Rolle spielt. Da sich das aufgeklebte Pad im vorderen Bereich des Hufes befindet, beeinträchtig es den Hufmechanismus keineswegs. Außerdem ist der Huf in der Lage, Keile bis zu einer Höhe von 1-2cm auszugleichen, ohne dass es einen Einfluss auf das darüber liegende Gelenk hat.Hufe können also Unebenheiten des Bodens ausgleichen. Wenn man nun den Pferdehuf mit einem starren Material wie dem Eisen fixiert, wird diese Bodenunebenheiten ausgleichende Funktion ausgeschaltet und Sehnen und Bänder ruhig gestellt. Die Megasus Horserunners sind aber beweglich und erlauben alle natürlichen Hufbewegungen und das auf jedem Terrain.

Haltbarkeit der Horserunners

Die Klebepads am Huf sollten alle drei Wochen ausgetauscht werden, schon allein, weil es mit dem Huf nach unten rauswächst. Bisher gibt es allerdings noch keine genauen Angaben bezüglich der Haltbarkeit. Als Anhaltspunkt kann man den Vorgänger, den "easywalker" nehmen. Dieser Beschlag hat etwa eine Haltbarkeit, die mit der eines regulären Eisens vergleichbar ist. Der Hersteller empfiehlt dabei allerdings, die Hufe alle zwei Wochen dem Megasus wieder anzupassen, da sich der Huf zwischen den Besuchen des Hufbearbeiters ja immer etwas verändert. Diese  Anpassung kann laut Megasus durch den Pferdebesitzer selbst erfolgen, ein Profi ist nicht jedes Mal erforderlich. Für die Erstanpassung wird allerdings empfohlen, einen Profi zu Rate zu ziehen, schon allein wegen der benötigten Werkzeuge zur Anpassung der Sohlenplatten an den Huf.
An der Uni Innsbruck werden derzeit verschiedenen Untersuchungen gemacht, um einen Standard entwickeln zu können und Themen wie Abrieb und elastische Komponente besser einschätzen zu können. Hier ein kurzes Video, das die einzelnen Schritte der Erstanpassung eines Megasus Horserunners zeigt:

Die Side - Clips an den Megasus könne mehrfach verwendet werden, auch wenn die Sohle ausgetauscht werden musst, können die Anzüge aus ihren Fächern entfernt und in neue Sohlen wieder eingesetzt werden. Das am Huf angebrachte Klettpad ist von einer Dichtungslippe umrandet, damit es sich auf der Koppel am "nackten" Huf nicht ablöst und das Klett geschont wird. 

Verwendung der Horserunners bei Pferden, die in der Halle/Platz ebenso gearbeitet werden im Gelände. Also falls in der Halle/dem Platz das Pferd ohne Horserunners läuft. 

Die bisherigen Produkt Tests wurden vor allem im Gelände durchgeführt. Zu diesem Thema müssen deshalb erst noch Erfahrungswerte abgewartet werden.

Praxistest der Megasus Horserunners Quelle: Megasus Praxistest der Megasus Horserunners | Quelle: Megasus

Fazit

Die Horserunners von Megasus haben sicher das Potenzial eine Innovation auf dem Markt für alternativen Hufschutz zu werden. Derzeit liegen allerdings generell eher wenig Informationen, vor allem bezüglich der Haltbarkeit der Horserunners vor. Sobald die letzen Fragen geklärt sowie die letzen Prototypen ausreichend getestet und optimiert sind, soll die Auslieferung der bereits über 5000 vorbestellten Paare beginnen. Start der Serienauslieferung wird planmäßig noch im Herbst 2017 sein. Die junge, moderne Firma hat auch noch viele weitere Ideen zu Produkten, die dem Megasus 1 - dem Allround-Hufschutz für Freizeitreiter, folgen sollen. So werden diverse weitere Produkte geplant, die dann auch auf spezielle Disziplinen zugeschnitten sein werden. Beispielsweise ist der Megasus Slide für Westernreiter bereits in der Pipeline.

theresa
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