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Jadasa Jablonowski: Von Lieblingsdisziplinen und dem richtigen Equipment - Teil 2

Jadasa Jablonowski: Von Lieblingsdisziplinen und dem richtigen Equipment - Teil 2

Zum Einstieg in unsere Interviewreihe mit Dasi hat sie uns unter anderem über ihre Anfänge und ihre Erfolge erzählt. Den ersten Teil des Interviews findet ihr hier.

Gibt es für dich in deinen speziellen Reitklassen Hunter Under Saddle, Pleasure, Trail und Western Riding einen Favoriten und wenn ja, warum?

Da muss ich ganz ehrlich sagen, das schöne am All-Around ist ja, dass es nicht nur vielseitig für die Pferde ist, sondern auch für mich. Es gibt in jeder Klasse etwas was ich sehr sehr mag. Deswegen würde ich sagen, dass jede einzelne Klasse aus unterschiedlichen Gründen für mich eine sehr große Herausforderung darstellt. Deswegen möchte ich so viele Disziplinen machen. Für mich ist gerade die Herausforderung, die unterschiedlichen Sachen zu können und ich könnte jetzt Keine rausnehmen, die mein Favorit wäre. Im Umkehrschluss könnte ich auch gar keine Disziplin nennen, wo ich sagen würde, die will ich nicht mehr reiten. Weil sonst würde ich diese auch gar nicht reiten.
Auch in der Ausbildung des Pferdes ist es für mich besonders spannend eine Disziplin nach der anderen zu lehren. Es dauert sehr lange aber kreiert phantastische Pferde.

In anderen Sportarten ist es unmöglich als Amateur mit einem Europa oder gar Weltmeister zu trainieren. Wie sieht du deine Rolle als Ambassador deiner Disziplin in der Arbeit mit deinen Schülern?

Um ehrlich zu sein als Reitlehrer hab ich mal gar keinen Titel. Reitlehrer sein ist nochmal eine ganz ganz andere Nummer. Man muss auch klar unterscheiden zwischen Schülern die Turnierambitionen haben und Schülern die keine Turnierambitionen haben. Für mich schließt sich das nicht aus, weil meine Rolle als Reitlehrer ist den Leuten mit den Problemen mit den Pferden zu helfen.

Siegerehrung Congress 2016 So sehen Sieger aus - Congress 2016 | Quelle: Jadasa Jablonowski

Es können ganz unterschiedliche Probleme sein. Jemanden zu motivieren, sich zu trauen zu galoppieren und ihm zu erklären, wie das am gefahrlosesten geht, gibt mir genau so viel, wie Jemandem beizubringen richtig richtig gut Showmanship zu machen. Ich glaub mein Antrieb dabei ist einfach zu versuchen, die Leute so gut zu machen, wie sie sein können. Beziehungsweise sie  dort abzuholen, wo sie gerade sind und dann mit ihnen Stück für Stück den Weg entlang zu laufen, bis sie dahin kommen wo sie hin wollen. Wirklich bei jedem einzelnen Schüler, wenn ich nach einiger Zeit, so 2 Jahre, zurück schaue und mir überlege wo wir angefangen haben, dann bin ich da schon stolz drauf.  Es gibt mir unglaublich viel zurück und das ist auch der Grund, warum ich das Ganze mache. Das gilt übrigens nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Pferde, wenn ich mir überlege wo ich mit denen angefangen habe und wo ich mit ihnen hingekommen bin. Das ist der Grund warum unterrichte und Pferde ausbilde - mein persönlicher Antrieb.

Gibt es bei deinen Schülern in Menschengestalt einen großen Unterschied mit Jugendlichen und Erwachsenen?

Ja ich muss schon sagen das es grundlegend unterschiedlich ist mit Jugendlichen und Erwachsenen zusammen zu arbeiten. Ich glaube der größte Unterschied ist, dass bei Jugendlichen die Instinkte noch nicht festgefahren sind. Die einfach wie selbstverständlich sehr gerne Sachen ausprobieren und sich dadurch einfach nicht im Wege stehen. Sie haben noch nicht so ein krasses Unterbewusstsein das sie bremst, das sie bestimme Sachen einfach ausprobieren. Auch wenns schief geht, weil die sich nicht so viel Gedanken drüber machen, ob jetzt der denkt, dass der denkt, dass der denkt, dass er nicht reiten kann. Sondern einfach sagen: „Ja, da hat sie gesagt, da machen wir Bein ran, dann machen wir mal Bein ran. Dann wird’s mal schneller, dann bremsen wir halt wieder“. Also ja, es ist ein bisschen unkomplizierter mit Jugendlichen würde ich sagen, zumindest, was ausprobieren angeht. Und sie reiten mehr über Gefühl als über Kopf. Ich glaube, Erwachsene kommen weiter, indem man ihnen die Dinge ganz genau und logisch verständlich erklärt - deswegen muss ich Erwachsenen auch viel viel mehr erklären. Die brauchen Verständnis zum Weiterkommen. Bei den Jugendlichen ist es eher Selbstverständlichkeit und Feeling, weil sie aber auch nicht so viel Angst um ihr Leben haben. Die Jugendlichen andererseits können dann meist gar nicht erklären, warum das plötzlich funktioniert, das ist halt so. Also Beides ist eine Herausforderung und dadurch, dass ich ein Allrounder bin hab ich mit beiden einen Weg gefunden, wie es funktioniert.

In deinem Beruf als Graphikerin bist du da letztlich auch viel mit Arbeiten rund um die Pferdindustrie beschäftigt, oder kommen deine Aufträge da aus ganz anderem Umfeld?

Ich muss sagen inzwischen sind meine Aufträge fast ausschliesslich aus der Pferdebranche und fast ausschließlich aus den USA. Ich mach mal hier und da noch so ein Paar Projekte, aber die langfristigen Kunden die ich betreue sind alle aus der Pferdeindustrie und auch alle aus USA.

Welchen Einfluss denkst du hat das Equipment auf den Erfolg? Insbesondere Sättel haben sich extrem weiterentwickelt und du hast ja aus eigener Erfahrung überlegt vor dir entwickeltes Equipment anzubieten.

Also ich selber hab mein Equipment gefunden und es ist mir extrem wichtig. Es geht beim Pad los und Sattel würd ich sagen. Ganz wichtig sind auch Zügel! Ich kann einfach mit meinen Zügeln besser reiten - die liegen super in der Hand und funktionieren für mich am besten. Wenn ich zum Beispiel mich auf Kursen mal auf andere Pferde setze denk ich immer: "Wie können die mit den Zügeln reiten". Aber das ist halt auch Geschmacksache denke ich. Ich hab ein Gebiss mit diesen Zügeln, die sind nicht hübsch, aber ich liebe die Zügel einfach. Ich kanns auch nicht erklären. Für  alle Pferde, dei ich reite brauch ich eigentlich nur 3-4 Gebisse, glaub ich. Das reicht mir auch, damit kriege ich Alles hin. Bei Gebissen bin ich nicht sehr kreativ.
Ich hab ehrlich gesagt bis heute nie wirklich überlegt Equipment auf den Markt zu bringen...bis zu diesem Abendessen, aber ich werd mir nochmal Gedanken drüber machen. Man soll niemals nie sagen. (lacht)

Jadasa Jablonowski in der Show Perfektion bis ins kleinste Detail | Quelle: Jadasa Jablonowski

Deine Show Outfits in der Pleasure sind natürlich gigantisch. Ich habe schon gehört das du mit einer italienischen Schneiderin zusammenarbeitest. Kommen die Ideen und Entwürfe da von dir oder verlässt du dich auf ihr Gespür? Gibt es Moden, denen man von Saison zu Saison folgt? Und hast du einen Tipp für den Trend 2017?

Das ist mehr als eine Frage! Also ersten, meine Outfits macht Stile Elegante. Die kenn ich sehr gut und sie kennt mich sehr gut. Sie weiß ganz genau wer ich bin und was mir gefällt. Wir besprechen, was ich mir vorstelle, dann macht sie mir 2-3 Entwürfe und ich sag meistens nur: ja machen wir so.
Zweitens, ja es gibt Moden, denen man folgt, und ich tue meine Ideen dazu. Lasst euch überraschen was ich dieses Jahr tragen werde.

Mir machts Spaß neue Sachen auszuprobieren, weil ich ja aus der Grafik komme.  Da beschäftige ich mich sowieso viel mit Farben und Formen. Deswegen fühle ich mich in meinen Outfits besonders wohl, weil ich mich wiedergefunden fühle. Darum kann in denen auch selbstbewusst showen. Es muss schon "ich" sein.

Was ist für dich ein gutes All-Around Pferd? Welche Qualitäten besitzt es körperlich und charakterlich?

Ein gutes All-Around Pferd kann eigentlich fast jedes Quarter Horse sein, denn jedes kann 1,2,3 Disziplinen lernen. Ein gigantisch super gutes All-Around Pferd - das ist ein Pferd das entweder aus dem Hunter oder Pleasure Sport kommt und dort sehr erfolgreich gelaufen ist - also ein sehr guter Beweger. Ebenso wichtig ist, dass es gut im Kopf ist. Also ein sehr guter Bewegen, der gerne arbeitet, und happy seinen Job macht. Die freuen sich über alles, was man ihnen beibringen kann. Das sind die bestenVoraussetzungen.

Fortsetzung folgt...

Hier gehts zum Teil 3, wo Dasi mit uns über Jungpferdeausbildung und vieles mehr plaudert.

Lisa
Lisa