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Jungpferdearbeit im Gelände mit Anna Jantscher

Jungpferdearbeit im Gelände mit Anna Jantscher

Beim Anreiten ist der Schritt von der Arbeit in der Bahn zum ersten Ausritt für die meisten ein sehr großer und oft mit einigem Bauchweh verbunden. Bereitet man sein Pferd aber konsequent und gut darauf vor, ist er eigentlich für die meisten Pferde völlig selbstverständlich. Wir haben bei Anna Jantscher nachgefragt und ein paar Tipps für das Jungpferdetraining im Gelände für euch gesammelt:

Bevor wir das erste Mal mit einem jungen Pferd unter dem Sattel ins Gelände gehen, steht natürlich einiges an Vorbereitung an. Hier ein kurzer Überblick, was für uns vorher wichtig ist:

Der Anfang: Jungpferdearbeit im Gelände

Wir gehen mit unseren jungen Pferden regelmäßig, schon vor dem Anreiten, an der Hand ins Gelände (anfangs zusammen mit einem ruhigen, erfahrenen Pferd, später dann auch alleine).

Bergauf mit Anna Jantscher | Quelle: ElFa Fotografie

Dabei gewöhnen wir die Pferde auch schon durch Klettern, bergauf, bergab, kleine Sprünge etc. an die Druckänderung am Sattelgurt und daran, wie sich die Ausrüstung auf ihnen bewegen kann. Wenn man ein wirklich verlässliches Führpferd hat, kann man es auch wagen, mit dem jungen Pferd als Handpferd ins Gelände zu gehen. Auch hier finde ich es aus Sicherheitsgründen unerlässlich, das Reiten mit Handpferd vorab in einem umzäunten Areal zu üben. Für jegliche Arbeit im Gelände gilt es (nicht nur aus Versicherungsgründen sondern vor allem aus Sicherheitsgründen!!) eine Führkombination zu wählen, mit der ich mein Pferd in Fluchtmomenten, oder wenn es sich erschreckt, bei mir halten kann.
Lernen an der Longe | Quelle: ElFa Fotgrafie

Natürlich kann ich kein Pferd der Welt mit irgendetwas halten, wenn es WIRKLICH Panik hat und blind flüchtet, aber in allen anderen Situationen (und das sind 99,9% der Schreckmomente, die im Alltag auftreten) ist ein Kappzaum oder ein Knotenhalfter einfach sicherer als z.B. ein Halsring. Wenn sich das Pferd regelmäßig losreißt, ist definitiv noch nicht die Zeit gekommen mit ihm ins Gelände zu gehen. Und auch wenn man dann nach ausreichend Vorbereitung damit beginnt, empfehle ich, (v.a. bei ganz schweren Fällen) erst Ausflüge über die Koppeln zu unternehmen oder zumindest bei den ersten Exkursionen keine Straßen zu überqueren - sollte das Pferd doch in alte Muster zurück fallen, ist so zumindest kein Straßenverkehr involviert!

Das Anreiten und erste Erklären und An-die-Hilfen-Stellen

Das machen wir immer zu zweit auf einem eingezäunten Platz. Auch wenn das Pferd später ausschließlich im Gelände geritten werden soll, finde das aus Sicherheitsgründen einfach besser so. Bei der besten Vorbereitung kann immer mal etwas passieren, und dafür gibt es heutzutage einfach zu viele stark befahrene Straßen etc.

Nach den Grundhilfen

Wenn das Pferd die Grundhilfen (schneller, langsamer, halten, angehen und wenden) verstanden hat und sich mit dem Gewicht auf seinem Rücken wohl fühlt, geht es das erste Mal als Handpferd mit Reiter ins Gelände. Dafür ist es wichtig, ein wirklich verlässliches Führpferd zu haben. (Heißt das Pferd steht nicht nur zu 100% an den reiterlichen Hilfen und lässt sich problemlos einhändig reiten, sondern es hat auch absolutes Vertrauen zu seinem Reiter und auch schon etwas Erfahrung als Führpferd) Steht einem so ein Pferd nicht zur Verfügung, sollte man davon eher Abstand nehmen, da das Risiko sehr hoch ist. Dann vielleicht lieber „Bodenpersonal“ anheuern für die ersten Ausritte um zur Not Hilfe zu haben.

Nach den ersten Schrittausritten mit Begleitung

Wenn die ersten entspannten Schrittausritte zu zweit oder in der Gruppe gut klappen, kann man es wagen, den ersten Trab dazu zu nehmen. Ich lasse das junge Pferd gerne entweder versetzt in der Mitte „zwischen“ zwei Pferden gehen oder – und unsere jungen Pferde machen das meistens schon gut – voraus traben. Habe ich tatsächlich ein Pferd, das sich nicht trauen sollte vorne anzutraben, geht das erfahrenere Pferd voraus und nimmt das junge mit.

Eine sehr gute Übung zur Vorbereitung auf das erste souveräne Antraben ist das Platzvariieren in der Gruppe. Sprich: Das junge Pferd lernt an jeder Stelle in der Gruppe zu gehen, sich vom Reiter vortreiben, lenken und verlangsamen zu lassen, Das gibt das Selbstbewusstsein und auch die Aufmerksamkeit, die man sich als Reiter von seinem Pferd wünscht. Kombiniert mit dem Verstehen der treibenden Schenkelhilfe (geübt am Platz) ist so das erste Antraben quasi eine Selbstverständlichkeit.

Arbeit im Schnee | Quelle: ElFa Fotografie

Je nach Veranlagung des Pferdes muss der Reiter vorab wählen, ob er eher eine längere Strecke für den Trab wählt, sodass das Pferd einen entspannten Takt finden kann, oder eine ganz kurze Einlage, um es wie einen „Zufall“ wirken zu lassen und das Pferd nicht aufzuspulen, ob er auf einem eher offenen Weg oder eher einem eingerahmten Waldweg antraben möchte usw. Alles hat seine Vor- und Nachteile und sollte auf das jeweilige Pferd abgestimmt werden.

Genauso verfahren wir dann später auch mit dem ersten Angaloppieren.

Sehr hilfreich finde ich es für die Gruppenarbeit im Gelände auch, wenn das junge Pferd schon daran gewöhnt ist, in der Bahn mit anderen Pferden gearbeitet zu werden. Wir vergessen nämlich nur allzu oft, wie unnatürlich es für ein Pferd ist, wenn ein anderes Pferd auf es zu galoppiert kommt (eventuell sogar noch ein ranghöheres, oder es passiert in der Enge einer Ecke oder einer Bande). Es muss lernen, dass die sogenannten „Koppel-Rules“ nicht gelten und man egal, wer oder was einem entgegen kommt, trotzdem auf die Hilfen des Reiters reagieren muss. Hier kann man auch schon vorab wunderbar üben, hinter, vor oder neben einem anderen Pferd zu traben und zu galoppieren, sich zu trennen, wieder zu treffen etc.

Erst in der Gruppe, dann allein | Quelle: ElFa Fotografie

Dasselbe „Unabhängigkeits-Spiel“ üben wir dann im nächsten Schritt gerne auf einer großen Wiese und später im Gelände. Zu all diesen Dingen wird es sehr ausführliche Erklärungen in unseren Webinaren Ende des Jahres geben.

Wer Anna eine Anfrage senden möchte oder sich weiter über ihr Angebot informieren möchte, kann ihr Trainer-Profil auf 4Hooves nutzen. 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Henny Klein
Henny Klein