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Trail Training: Lope-Over

Trail Training: Lope-Over

Lope-Over - die Perfektion im Trail

Wer sich schon einmal im Trail versucht hat, der weiß, dass es viel schwieriger ist, als es aussieht. Ute Tietje vom Buffalo Verlag hat uns in ihrem letzten Trail-Beitrag bereits ein paar Tipps zum Thema "Zählen im Takt" gegeben. Wer den Artikel noch nicht gelesen hat, findet ihn hier. Auch hier ging es u.a. um das korrekte Überwinden von Bodenstangen. Als Lope-Over bezeichnet man ein Hindernis im Trail-Parcours, wobei vier oder mehr Bodenstangen im Galopp (Lope) fehlerfrei überwunden werden müssen. Das Berühren der Stange führt entsprechend zu Punktabzug. Doch worauf kommt es beim Lope-Over genau an? Ute Tietje erklärt es uns in ihrem Buch "Trail-Training - Vom Playday bis zur Meisterschaft". Hier ein Ausschnitt:

Lope-Over fehlerfrei zu reiten, verlangt hohes reiterliches Können und viel Übung. Es dauert einige Zeit, bis Pferd und Reiter in der Lage sind, im Galopp Stangen koordiniert zu überqueren und sich die erforderlichen Bewegungsabläufe automatisiert haben. Reiterfehler und störende Einwirkung sind Probleme an allen Hindernissen. Je höher jedoch die Geschwindigkeit, umso häufiger kommen sie vor.

 Die optimale Länge der Galoppsprünge

Der Reiter muss ein Gefühl für die Länge der Galoppsprünge seines Pferdes entwickeln, sodass er das passende Grundtempo wählen kann. Sieht der Reiter, dass die Distanz zur ersten Stange zu groß oder zu klein ist, kann er reagieren und durch entsprechendes Verkürzen oder Verlängern den optimalen Einstieg in das Lope-Over finden. Mit zunehmender Routine kommt das Gefühl für die passende Distanz mit der Zeit automatisch, auch beim Pferd. Passt der Abstand aufgrund der Galoppsprunglänge nicht, fällt das Pferd entweder aus der Gangart oder gerät in Kreuz- oder Außengalopp. Ein unerfahrenes Pferd wird bewusst aus der Gangart fallen, da es nicht auf die Stange springen möchte. Ein erfahrenes Pferd oder ein Pferd mit ausgeprägtem Gefühl für Abstände ist in einer solchen Situation vielleicht in der Lage, seinen Galoppsprung zwischen den Stangen nach Bedarf selbst zu verlängern oder zu verkürzen.

Das Pferd sollte sich möglichst bereits fünf Meter vor der ersten Stange – wenn es der Parcours erlaubt – in dem den Stangenabständen angepassten Galopp befinden. Es darf nicht mehr damit beschäftigt sein, seinen Rhythmus zu finden. Dazu muss der Reiter genau wissen, welches Tempo er entsprechend der Galoppsprunglänge seines Pferds für die jeweiligen Stangenabstände benötigt. Keinesfalls sollte der Reiter beim Anreiten die erste Stange anstarren, sondern einen Punkt etwa einen Meter davor, den passenden Absprungpunkt. Tim Kimuras Lieblingssatz auf Kursen ist:

„Where you look, is where you land.“ (Du landest dort, wohin Du schaust.)

Bevor man in das Training der Lope-Over einsteigt, sollte man wie im Schritt und Trab mit einzelnen auf den Hufschlag gelegten Stangen beginnen, um sicherzustellen, dass das Pferd diese in seinem natürlichen Galopp ohne Rhythmus-Veränderung überquert. Bevor man mit dem Training über mehrere Stangen beginnt, gilt es festzustellen, welche Galoppsprunglänge das Pferd bei seinem natürlichen Tempo hat. Die Abstände für Galoppstangen im Turniersport betragen zwischen 1,80 bis 2,10 m. Bei einer Galoppsprunglänge von zum Beispiel 2,40 m passt es nicht mehr.

Die Skizze zeigt die Auswirkungen bei einem Stangenabstand von 2 m mit einer einmal angepassten Galoppsprunglänge und der angenommenen natürlichen Länge von 2,40 m.

Auf den richtigen Abstand kommt es an | Quelle: Buffalo Verlag Auf den richtigen Abstand kommt es an | Quelle: Buffalo Verlag

Kommt ein Pferd mit einem Galoppsprung vom 2,40 m mit dem führenden Vorderfuß mittig zwischen den Stangen in das Hindernis herein, nützt ihm die gute Ausgangsposition wenig. Spätestens beim dritten Galoppsprung besteht die Gefahr mit der Vorderhand auf die Stange zu springen. Von den Fehlern der restlichen Beine oder stolpern ganz zu schweigen.

Das Tempo regulieren und "passend" reiten

Der Reiter muss lernen, das Gesamttempo soweit zu reduzieren, dass die Galoppsprunglänge mit den Abständen zwischen den Stangen harmoniert. Um ein Gefühl für dieses Tempo zu entwickeln, kann man gut mit Pylonen arbeiten, um bestimmte Distanzen darzustellen. Dazu werden drei Pylonen in einem Abstand von 6 m aufgestellt. Das entspricht bei einem Stangenabstand von 2 m sechs Stangen.

Bei der angenommenen natürlichen Schrittlänge von 2,40 m benötigt das Pferd etwas mehr als fünf Galoppsprünge für die Distanz. Bei dem erforderlichen zurückgenommenem Tempo genau sechs. Daher muss das Tempo so reduziert werden, dass das Pferd innerhalb der vorgegebenen Distanz auf sechs Galoppsprünge kommt. Das Pferd muss mehr versammelt und die einzelnen Galoppsprünge verkürzt werden. Dabei muss die Taktreinheit gewahrt werden.

Fokus: Takt, Takt, Takt | Quelle: Buffalo Verlag Fokus: Takt, Takt, Takt | Quelle: Buffalo Verla

Um effektiv an der Galoppsprungverkürzung arbeiten zu können, zählt der Reiter, am besten laut, die Galoppsprünge zwischen den Pylonen. Taktgeber ist der führende Vorderfuß. Wie auch später im Parcours sollte das beabsichtigte Tempo bereits einige Galoppsprünge vor der ersten Pylone erreicht sein. Eine zusätzliche Pylone als Markierung dafür aufzustellen, hilft dabei.

Verursacht ein Lope-Over in der 2 m-Distanz keine Probleme mehr, sollte man mit dem Training für den Mindestabstand von 1,80 m beginnen und ihn später häufiger in das Training einbeziehen. Liegt dann die Turnierdistanz bei 2 m, ist es einfacher, das Tempo ein wenig zu erhöhen, als es zu verkürzen.

Sollte es problematisch sein, während der Galoppsprungverkürzung die Taktreinheit zu bewahren, ist es unbedingt erforderlich zu entsprechenden gymnastizierenden Übungen zurückzukehren, bevor das Training für das Lope-Over fortgesetzt wird. Ein Reiter, bei dessen Pferd die Galoppsprunglänge aufgrund seiner Größe weitgehend den vorgegeben Abständen entspricht, wird sich natürlich im Training leichter tun, als die Reiter größerer Tiere. Kleinere Pferde werden
ebenfalls an der Sprunglänge arbeiten müssen, allerdings gilt es hier, weiter auszugreifen, ohne dabei flacher zu werden. Ziel ist es, später diese Galoppsprungveränderungen am langen Zügel durchführen zu können.

Der folgenden Übung liegt wiederum ein Abstand von 2 m zugrunde, da sich damit generell in allen drei Gangarten gut arbeiten lässt, insbesondere bei Kombinationen, die in verschiedenen Gangarten durchritten werden können. Als Einstiegshindernis für das Lope-Over bieten sich sowohl das Viereck als anschließend auch das folgende Hindernis an.

Einsteiger-Übung Lope-Over | Quelle: Buffalo Verlag Einsteiger-Übung Lope-Over | Quelle: Buffalo Verlag

Die mittlere Stange wurde ausgespart und sollte so behandelt werden, als sei sie vorhanden. Das Pferd soll tempomäßig wie vorher weiterlaufen und die Länge der Galoppsprünge beibehalten. Mit dieser Übung lernen Reiter und Pferd, besser zu taxieren. Auch diese Übung lässt sich am Einfachsten durchführen, wenn der Reiter wieder laut auf das führende Vorderbein zählt. Erst wenn sich diese Kombination problemlos reiten lässt, sollte man die fehlende Stange einlegen.

Wir wünschen viel Spaß beim Üben und drücken die Daumen für ein Plus-Manöver auf der nächsten Show.

Wer weitere Übungen und Inspiration sucht, findet die Bücher vom Buffalo hier. Das Trail-Buch ist dort ebenfalls zu finden. 

Trail-Training-Buffalo-Verlag Trail Training - Vom Playday bis zur Meisterschaft

Übungen aus dem Buch:

Trail-Training - Vom Playday bis zur Meisterschaft
Autor: Ute Tietje - Buffalo Verlag, Verden 2014
218 Seiten – 240 Graphiken - Format 148 x 210 -  Hardcover

Henny Klein
Henny Klein